Wie sieht die Zukunft der Verwiegung in der Entsorgungswirtschaft aus? Genau darum ging es beim Digital Waste Day 2026 im Coreum, bei dem PAARI mit einem eigenen Vortrag vertreten war. Unter dem Titel „Bis zu 50 % schnellere Verwiegungsprozesse – der Weg zum digitalen Yard“ zeigte unser Kollege, warum moderne Wiegetechnik heute weit mehr leisten kann als die reine Erfassung eines Gewichtswertes. Die zentrale Botschaft: Nicht die Waage muss schneller wiegen. Entscheidend ist, wie schnell und effizient ein Fahrzeug den gesamten Prozess durchläuft.
Von der einzelnen Verwiegung zum durchgängigen Prozess
In vielen Unternehmen ist die Fahrzeugwaage ein zentraler Bestandteil der Material- und Logistikprozesse. Doch Wartezeiten und manuelle Aufwände entstehen häufig nicht während der eigentlichen Gewichtsermittlung, sondern an den Schnittstellen davor und danach. Fahreranmeldung, Identifikation, Zutrittskontrolle, Stoffstrommanagement, Verwiegung, Fahrerführung und Dokumentation müssen deshalb als zusammenhängender Prozess betrachtet werden. Werden diese einzelnen Schritte digital miteinander vernetzt, entsteht ein durchgängiger Ablauf: Informationen werden einmal erfasst, stehen anschließend an den benötigten Stellen zur Verfügung und können automatisiert dem richtigen Fahrzeug, Material oder Auftrag zugeordnet werden. Auch bestehende Systeme wie ERP oder eANV lassen sich in den Prozess integrieren.
Progroup: Digitales Yard im täglichen Praxiseinsatz
Wie das konkret aussehen kann, zeigte André Groeters anhand unseres Projekts bei der Progroup AG in Sandersdorf-Brehna. Am Standort müssen täglich rund 400 Fahrzeugbewegungen zuverlässig koordiniert und Materialströme so gesteuert werden, dass der benötigte Materialzufluss sichergestellt ist. Eine hohe Transparenz und klar strukturierte Prozesse sind dafür entscheidend. Von der digitalen Fahreranmeldung am Self-Service-Terminal über die automatisierte Zutrittskontrolle und Stoffstromsteuerung bis hin zur Verwiegung und Dokumentation greifen die einzelnen Prozessschritte ineinander.
Das Ergebnis: Fahrzeuge können gezielter durch den Prozess geführt, manuelle Eingriffe reduziert und Materialbewegungen transparenter dargestellt werden. Gleichzeitig entsteht eine bessere Grundlage, um Stoffströme bedarfsgerecht zu planen und zu steuern. Durch die intelligente Vernetzung der einzelnen Prozessschritte lassen sich Verwiegungsprozesse um bis zu 50 Prozent beschleunigen.
Smarte Wiegetechnik als Teil des digitalen Yards
Das Praxisbeispiel macht deutlich, was wir bei PAARI unter moderner Wägetechnik verstehen: Eine Fahrzeugwaage ist nicht nur ein Instrument zur Gewichtserfassung. Richtig in den Gesamtprozess integriert, wird sie zu einem wichtigen Bestandteil des digitalen Material- und Informationsflusses. Der entscheidende Mehrwert entsteht dabei durch das Zusammenspiel von Software, Wägetechnik, Self-Service-Terminals, Zutrittskontrolle und digitalem Stoffstrommanagement.
Genau darin liegt für uns der Weg zum digitalen Yard: nicht einzelne Arbeitsschritte isoliert zu optimieren, sondern den gesamten Prozess von der Ankunft bis zur Ausfahrt zu betrachten und intelligent miteinander zu vernetzen.
Der Digital Waste Day bot dafür die ideale Plattform. Neben unserem Vortrag standen vor allem der fachliche Austausch, aktuelle Herausforderungen der Entsorgungswirtschaft und neue Impulse für die Digitalisierung im Mittelpunkt. Wir bedanken uns beim Entsorger Circle, beim bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sowie bei Moritz Gomm für die Einladung, die Bühne und den spannenden Austausch.
Unser Fazit: Smarte Wiegetechnik ist für uns mehr als Gewichtserfassung – sie ist Teil des digitalen Yards.
